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    In der Toskana ist mit ziemlicher Sicherheit die älteste kontinuierliche Weinbautradition in Italien, vielleicht sogar von Europa zu Hause. Als die große Zeit der Renaissance der Künste, der Wissenschaft und Gelehrsamkeit im 14. Jahrhundert begann, ließen sich Winzerfamilien wie die Frescobaldi und die Antinori in Florenz nieder. Diese Familien haben auch eine führende Rolle in der gegenwärtigen Erneuerung des Qualitätsweines in der Toskana übernommen.

    Diese Region ist in der ganzen Welt für die Rotweine aus dem Chianti bekannt, die in den sechziger Jahren in dem Ruf standen, dünn und fade zu sein. Doch seit Mitte der achtziger Jahre ist die Toskana auf dem Gebiet der innovativen Vinifikation führend. Der Anstoss dazu kam aus der wichtigsten Chianti-Zone, dem Chianti Classico, sowie aus der kleineren nördlichen Zone des Chianti Rufina, wo Erzeuger in enger Zusammenarbeit mit Önologen wie Giacomo Tachis, Maurizio Castelli und Franco Bernabei die Techniken entschieden verbessert haben.

    Weitere Anregungen zu einer Veränderung gingen von den Küstenregionen aus, die zuvor nicht für ihren Wein bekannt gewesen waren, etwa die Gegend um Bolgheri, wo zwei der großartigsten Weine von Italien, Sassicaia und Ornellaia, bereitet werden. Sassicaia ist ein Rotwein aus den Trauben des Cabernet Sauvignon und des Cabernet Franc, der weltweit berühmt geworden ist. Er hält sich nicht an die gegenwärtigen DOC-Vorschriften und muß sich mit der einfachen italienischen Qualitätsbezeichnung Vino da Tavola (Tafelwein) begnügen. Angeregt von seinem Erfolg, erproben inzwischen phantasievolle Winzer in der Toskana und anderswo mit Hilfe importierter Rebsorten die unglaublichsten Verschnitte. Andere greifen lieber auf heimische Trauben zurück und verwenden sie nicht unbedingt in den vom DOC-Gesetz festgelegten Verschnitten oder Proportionen.

    Daraus hat sich ein völlig neuer Weinstil entwickelt, der sogenannte super vino tavola. Es gibt keinen größeren Gegensatz als den zwischen einem einfachen italienischen Tafelwein und diesen "Designer-Weinen". So phantasievoll wie die Verpackung waren auch bald die Preise, aber durch die Rückkehr zu traditionellen Weinstilen - und niedrigeren Preisen - ist das Gleichgewicht wiederhergestellt. Auf der Suche nach Qualität hat man wertvolle Erkenntnisse gewonnen: über die Verwendung besserer Klone und die Verbindung von modernen mit traditionellen Techniken.

    Auch die toskanischen Weißweine sind längst nicht mehr alt und oxidiert oder stark geschwefelt. Gute Erzeuger haben herausgefunden, dass sich mit moderner Technik saubere und frische Weißweine wie der Galestro bereiten lassen, während andere sich beispielsweise auf die Barrique-Alterung von Weinen aus Chardonnay-Trauben verlegt haben.